ab 1986

Am 4. November 1986 verbreitete sich die traurige Nachricht, dass der Ehrenkapellmeister des Musikvereins Scheuerfeld, Karl Zacharias, gestorben sei. Voll tiefer Trauer nahmen die Musiker Abschied von ihrem musikalischen Lehrmeister; denn von den Aktiven während seiner Tätigkeit als Dirigent waren fast alle durch seine Schule gegangen. Bereits mit 10 Jahren lernte Zacharias ein Instrument spielen und war aktives Mitglied der damaligen Feuerwehrkapelle Betzdorf. Ab 1946 spielte er im Musikverein Scheuerfeld unter der Leitung von Hubert Reinery bis er 1951 selbst den Taktstock übernahm. In seiner Dirigentenzeit bildete er zahlreiche Musiker aus und führte sie zur Musik. Die Schülerkapellen, seine Idee, fanden im weiten Umkreis Beachtung und so war es nicht verwunderlich, daß benachbarte Vereine bald seinen Beispiel folgten und eigene Schülerkapellen bildeten. Viele Auszeichnungen wurden Karl Zacharias zuteil, vor allem durch die Dachorganisationen der Blasmusikverbände. Sein Taktstock war gewissermaßen ein “Zauberstab”. Er führte den Taktstock mit dem Herzen. […]

Über seinen Tod hinaus dankt der Musikverein dem Manne, der für die musikalische Zukunft den festen Grund baute und der in der weit verbreiteten Liebe zur Musik die Höhen und Weiten kulturellen Lebens erschloss. Karl Zacharias war ein Mann, dem der Musikverein Scheuerfeld stets ein ehrendes Gedenken bewahren wird.

Mit dem Musikverein Scheuerfeld ist aber auch ein weiterer Name verbunden: Johann von Weschpfennig, der am 17. Juni 1989 verstarb. Die Musikkameraden nahmen Abschied von einem Manne, der sein Leben ganz der Musik gewidmet hatte. Über die Trauer um den Tod von Johann von Weschpfennig hinaus muss aber an dieser Stelle kundgetan werden, was er in seinem Musikerleben für den Verein geleistet hat. Bereits mit 12 Jahren lernte er das Klarinettenspiel. “Ich war da, wo die Musik spielte”, sagte er. Nach Kriegsende leistete er enorme Aufbauarbeit für den Verein, bildete selbst Musiker aus und leitete zeitweise das Orchester. Johann von Weschpfennig war von 1952 bis 1971 1. Vorsitzender des Vereins und wurde dann zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im Jahre 1984 mußte er seine aktive Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen beenden und schenkte seine Klarinette dem Verein zur Ausbildung von Jugendlichen. Oft aber war er nach der Beendigung seiner aktiven Tätigkeit noch in den Musikproben zu sehen und stand seinen Kameraden mit Rat und Tat zur Seite. Johann von Weschpfennig darf mit Fug und Recht Anspruch darauf erheben, Unendliches für den Verein geleistet zu haben. Die menschliche Sprache ist zu banal, die Dankbarkeit für diesen Menschen in Worten auszudrücken. Sein Wunsch, das 100. Stiftungsfest des Musikvereins Scheuerfeld zu erleben wurde ihm nicht mehr erfüllt. “Ich werde dem Musikverein Scheuerfeld die Treue halten bis zu meinem Tode.” Dieser Ausspruch von Johann von Weschpfennig hat sich bewahrheitet. Über seinen Tod hinaus wird der Verein seiner stets gedenken und in den Erinnerungen mit ihm verbunden bleiben.

Durch ihren unermüdlichen Einsatz haben sowohl Karl Zacharias als auch Johann von Weschpfennig den Herzschlag der Gemeinden maßgeblich beeinflusst. Dies soll allen Musikern stets am Herzen liegen.

Kommen wir aber zurück zur jüngsten Vereinsgeschichte. Nach 10 Jahren erfolgreicher Tätigkeit beendete Hanspeter Mertens seine Dirigententätigkeit beim Verein im Jahre 1986. Norbert Buhmann aus Betzdorf übernahm dann für zwei Jahre die Leitung des Orchesters.
1989 wurde Klaus Weller aus Herdorf im Rahmen eins Gemeinschaftskonzertes als Dirigent vorgestellt. Klaus Weller ist Dozent an der Kreismusikschule Altenkirchen und absolvierte sein Studium an der Musikhochschule Köln. Der Musikverein Scheuerfeld ist froh, mit ihm einen hervorragenden und qualifizierten Orchesterleiter gefunden zu haben.

Stolz beflügelt den Verein, daß die erfolgreiche Jugendarbeit weiter erfolgen kann, wenngleich das Freizeitprogramm durch die Massenmedien immer umfangreicher geworden ist. 29 Schüler und Jugendliche sind derzeit in der Ausbildung. Dieses Schülerorchester gab sein Debüt anlässlich eines Instrumentalkonzertes am 31. März 1990. Dank eines solchen Nachwuchses kann der Verein voll Optimismus in die Zukunft schauen.

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